Brandschutz

Bauphysik

Sicherheit

PlanerInnen-Tag

Holz-Bau, Änderungen der Fördermöglichkeiten, Neues aus der Bauordnung, Energieeffizienz – Schlagworte der letzten Monate, die Ihre Planung beeinflussen. Und vor allem bei denen sicherlich auch Sie offene Fragen haben.

Wir wollen gemeinsam mit Ihnen die drängendsten aktuellen Themen aus den Bereichen Brandschutz, Bauphysik und Sicherheit erörtern und dabei immer auch Lösungsmöglichkeiten für Ihren Planungsalltag aufzeigen.

 

Gerne können Sie auch konkrete Fragen mitbringen, die wir gemeinsam besprechen.

Themen - Brandschutz

1. Welche planungsrelevanten Unterschiede in der Bauordnung für den Holzbau gibt es in Bayern und Baden-Württemberg.

Referent: Thomas Eisenhut, Projektleiter Brandschutz

 

Nachhaltiges Bauen liegt immer mehr im Trend. Insbesondere bei jüngsten Bauvorhaben wird immer mehr auf ökologische Alternativen zu konventionellen Baustoffen wie beispielsweise Stahlbeton zurückgegriffen.

 

In den letzten Jahren hat sich der Stand von Wissenschaft und Technik bei nachhaltigen Baustoffen und Bauweisen rapide weiterentwickelt und dabei auch vor allem im Holzbau brandschutztechnisch sichere Gebäude bis unter die Hochhausgrenze ermöglicht. Bauordnungsrechtlich ist die Umsetzbarkeit mehrgeschossiger Holzbauten in den Bundesländern über die Muster -Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise (MHolzBauRL) geregelt.

 

Und obwohl sich die Richtlinien über die Landesgrenzen hinaus kaum unterscheiden, sind die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Teil immens.

 

Vor allem das Land Baden-Württemberg hat über einen Anhang zur Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VwV TB) jüngste Forschungsergebnisse aufgegriffen und die bautechnischen Möglichkeiten im Vergleich zu benachbarten Bundesländern dadurch stark erweitert. Auch bietet hier die generelle Anwendbarkeit der Richtlinie sowie die Bautechnik einen weiterführenden Ansatz.

 

In diesem Vortrag werden die unterschiedlichen Regelungen am Beispiel der beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg vorgestellt sowie auf die jeweiligen Nachweisführungen eingegangen. Dabei wird aufgezeigt, wie die unterschiedlichen Möglichkeiten im Gebäudeentwurf berücksichtigt werden können.

 

Abschließend wird das Erfordernis von Anwendbarkeitsnachweises in Bezug auf die beiden Bundesländer erörtert und die unterschiedliche Nachweisführung von Bauteilteilanschlüssen dargelegt.

2. Es gibt Abweichungen im Bauordnungsrecht? Wer ist dafür zuständig?

Referent: Lukas Heimann, Projektleiter Brandschutz

Durch die Planung von Nutzungskonzepten, wirtschaftlichen Lösungen sowie abhängig von der Geometrie undbArchitektur der Gebäude werden Abweichungen von Brandschutzanforderungen oftmals erforderlich. Selbst bei Neubauten kommt es daher häufig vor, dass von Brandschutzanforderungen der baurechtlich eingeführten
Bestimmungen abgewichen werden soll.

 

Soll von bauordnungsrechtlich eingeführten Vorschriften abgewichen werden, ist zunächst festzustellen, um welche Art von Abweichung es sich handelt. Die Bauordnungen der Länder unterscheiden hierbei in Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen. Für diese sind im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Befreiungen durch den Konzeptersteller zu beantragen und geeignete Kompensationsmaßnahmen darzustellen.

Bei Sonderbauten gibt es zusätzlich die Möglichkeit von sog. Erleichterungen, durch die auf die Einhaltung von Vorschriften wegen der besonderen Art oder Nutzung bzw. Anforderungen der Sonderbauten verzichtet werden kann.

Während der Ausführungsplanung sowie der folgenden Leistungsphasen kann es zu weiteren Abweichungen von Technischen Baubestimmungen (z.B. DIN 4102, LAR, LüAR), Anwendbarkeitsnachweise (aBG) sowie Verwendbarkeitsnachweise (abZ, abP) kommen. Bei Anwendbarkeitsnachweise und Verwendbarkeitsnachweise wird noch weiter in wesentliche und nicht wesentliche Abweichungen unterteilt.

 

Dieser Vortrag stellt die unterschiedlichen Arten der o.g. Abweichungen dar und zeigt auf, welcher Fachplaner für diese zuständig ist und in welcher Form diese ggf. zu beantragen und kompensieren sind.

3. Atrien – wohin mit dem Rauch?

Referentin: Sina Glienke, Projektleiterin Brandschutz

Die neuen Arbeitswelten der heutigen Zeit rücken immer weiter ab von den klassischen, bauordnungsrechtlich geregelten Büronutzungseinheiten mit einer Fläche von 400 m² in einem Geschoss. Viel mehr werden jetzt offene Verbindungen zwischen den Abteilungen, Fachbereichen und damit Geschossen gewünscht, um die Kommunikation
zu stärken und vor allem auch die Büroräume flexibel und repräsentativ zu gestalten.

 

Hierzu werden immer häufiger offene Atrien in den Entwürfen vorgesehen, die als repräsentative Eingangsbereiche, Geschossverbindungen zwischen Büroräumen bis hin zu flexibel nutzbaren Versammlungsbereichen genutzt werden sollen. Diese offenen Atrien stellen jedoch hinsichtlich des Brandschutzes eine Herausforderung dar, da weitreichende offene Geschossverbindungen und große Flächenverbünde ohne Abweichungen vom Bauordnungsrecht nicht möglich sind.

 

Im Vortrag werden verschiedene Herangehensweisen hinsichtlich der Atrienausbildung vorgestellt. Zunächst werden die Abweichungen durch diese Bauweise dargestellt und die Schutzziele, die hinter diesen Abweichungen stehen, nähergehend betrachtet.

Des Weiteren werden Vergleiche zu anderen Sonderbauverordnungen, z.B. der Verkaufsstättenverordnung und der Versammlungsstättenverordnung, aufgezeigt, in denen größere Geschossverbindungen und Raumverbünde durch zusätzliche Maßnahmen ermöglicht werden. Insbesondere die Rauchableitung aus Atrien und die Rauchfreihaltung der Rettungswege werden in den Vordergrund gerückt.

 

Im Hinblick hierauf werden verschiedene Kompensationsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Schutzziele dargestellt. Diese umfassen sowohl baulichen Maßnahmen, z.B. Trennwände und Glasbauteile, als auch anlagentechnische Maßnahmen, z.B. maschinelle Rauchableitung, Feuerschutzvorhänge und Sprühwasserlöschanlagen, bis hin zu Ingenieurmethoden (Entrauchungssimulation). Abschließend werden die verschiedenen Kompensationen anhand von Beispielprojekten der umt Umweltingenieure aufgezeigt.

Themen - Bauphysik

GEG aktuell – Fördermöglichkeiten für energieeffiziente Gebäude – Klimafreundlicher Neubau

Referent: Hartmut Kayser, Bereichsleiter Bauphysik

Seit dem 1. November 2020 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Die von der Bundesregierung vorgesehene Aktualisierung war in den letzten Monaten Gegenstand öffentlicher Debatten und wurde als „Heizungsgesetz“ in TV-Shows diskutiert. Am 7. Juli 2023 sollte die Schlussabstimmung im Deutschen Bundestag stattfinden. Auf Antrag hat das Bundesverfassungsgericht am 5.07.2023 dem Deutschen Bundestag aufgegeben, die Schlussabstimmung nicht am 7. Juli 2023 durchzuführen.

 

Das  Gebäudeenergiegesetz enthält Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden. Mit der Einführung und Aktualisierung des GEG wurden geltenden europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz im Gebäudesektor umgesetzt.

 

Das GEG ist somit für alle Neu- und Umbauten relevant und soll zur Energieeinsparung im Gebäudesektor beitragen. Die Klimaschutzziele im Gebäudebereich in Deutschland wurden durch die Novelle des Klimaschutzgesetzes im Mai 2021 deutlich verschärft.

Um die Zielsetzung von Treibhausgas-Emissionen im Gebäudebereich zu erreichen, sind, neben den baurechtlichen Anforderungen, auch Anreize durch Bundesförderprogramme für energieeffiziente und klimafreundliche Gebäude durch die Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Im Vortrag werden die aktuellen Anforderungen an eine energiesparende Bauweise vorgestellt und über die vorgesehenen Änderungen des Gebäudeenergiegesetzt informiert.

 

Am Bespiel von ausgeführten Bauten und geplanten Bauvorhaben werden Möglichkeiten zur Umsetzung der Anforderungen vorgestellt. Es werden die Grundlagen für eine Treibhausbilanzierung bei der Erstellung, Betrieb und Entsorgung von Gebäude erläutert. Des Weiteren werden die Treibhauspotenziale von üblichen Baustoffen und Bauweisen gegenübergestellt.

 

Der Nachweis und die Umsetzung für eine klimafreundliche Bauweise und Treibhausgasbilanzierung wird am Beispiel aktueller Bauprojekte der Umweltingenieure GmbH aufgezeigt.

Themen - Arbeitssicherheit

Unterlage für spätere Arbeiten- schon mal reingeschaut?

Referentin: Cornelia Dalferth

 

Die Unterlage für spätere Arbeiten ist ein bedeutendes und wichtiges Instrument des Arbeitsschützers. Während der Planung und Ausführung eines Bauwerks macht er sich Gedanken darüber und legt Maßnahmen fest, wie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Gebäude, auf Lebzeiten sicher, ausgeführt werden können.

 

Welche Wartungsarbeiten werden wo und wie häufig anfallen. Wie groß ist die Gefahr zu Verunfallen und die mögliche Schadensschwere am Verunfallten. Wie können diese Arbeiten sicher ausgeführt werden und welche Sicherheitseinrichtungen oder Arbeitsmittel werden dafür notwendig. Gebäude sind Bauwerke, die Menschen oder Sachen, durch räumliche Umschließung, gegen äußere Einflüsse schützen.

 

Aber zwischenzeitlich sind Gebäude auch Energielieferanten, die Heizung ist mit dem Wartungsdienst des Heizungsbauers vernetzt und anhand meines Fingerabdrucks, weiß die Dusche meine Wassertemperatur.

Technisch umfangreich ausgestattet, digitalisiert, energieeffizient, nachhaltig usw., alles wird dringend gebraucht und verbaut aber an die Wartung und Instandhaltung wird kaum gedacht. In meiner langjährigen Tätigkeit als Arbeitsschützer mache ich immer wieder die Erfahrung, dass diese Unterlage für spätere Arbeiten entweder nicht bekannt, nicht genutzt oder einfach nur als ein Schriftstück zur  Vervollständigung notwendiger Unterlagen dient.

 

Ich möchte Ihnen zeigen, wie wir Arbeitsschützer beim Erstellen der Unterlagen vorgehen, was gibt der Gesetzgeber vor und wie können diese Vorgaben umgesetzt werden. Vielleicht betrachten Sie nach meinem Vortrag die Unterlage für spätere Arbeiten als ein mögliches Hilfsmittel und sehen uns Arbeitsschützer als Wegbegleiter bei der Planung und Erstellung von Gebäuden.


 


 

Gut zu wissen!

Wir werden Zeit haben, zu diskutieren und Ihre Fragen und Problemstellungen zu erörtern. Bringen Sie gerne Ihre Fragen mit – oder schicken Sie uns diese vorab.

 

Diese Veranstaltung wird von der Architektenkammer Baden-Württemberg als Fort- bzw. Weiterbildung mit einem Umfang von 2,5 Unterrichtsstunden für Mitglieder (nicht Architekten/Stadtplaner im Praktikum) anerkannt.

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Sie haben Fragen?

Ihr Ansprechpartner für diese Veranstaltung ist Thomas Eisenhut.

Wenden Sie sich gerne an Ihn, wenn Sie Fragen zum Programm, Anmeldefomalitäten haben oder Sie bereits vorab Fragen für den Tag einreichen möchten.

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Name:
Thomas Eisenhut
Position:
Senior-Projektleiter Brandschutz
Telefon:
+49 162 431 18 53
E-Mail
eisenhut@umt-ing.de